Stearns IK 116 SB - Schlauchkajak

Das Boot wird auch unter der Bezeichnung B 507 (Einsitzer) - für den amerikanischen Markt geführt.

Von den Materialien entspricht das IK 116 SB im wesentlichen dem IK 116, doch scheinen diese stärker ausgelegt zu sein.

Das dürfte letztlich auch den Gewichtsunterschied von ca. 8 KG ausmachen, die auf längeren Tragepassagen gute konditionelle Voraussetzungen notwendig machen. Die Packtasche ist praktischerweise mit einem Tragegurt ausgestattet.

Zusätzlich zu den bei Stearns üblichen 3 Kammern ( eine Boden, 2 Hauptkammern ) verfügt das Boot auch noch über eine Bug - und eine Heckkammer, wobei letztere als Stütze für den Sitz dient.

Der Unterboden ist konkav gebogen, was das Boot sehr wendig macht. Der Kajak ist extrem kippstabil und macht auch Anfängern Spaß. Gedacht ist diese Stearns - Variante für Wildwasser, verfügt aber auch über eine Art Kiel, allerdings nicht über eine Finne.

Auf ruhigen Gewässern dreht sich der Kajak leicht ein und ist daher für solche Touren nur bedingt geeignet, da der Geradeauslauf durch diese Konstruktion nicht gerade berauschend ist. - Dafür dürfte es im Element Wildwasser optimal wendig sein.

Ausgestattet mit Tragegriffen ist der Transport zum Wasser und zurück auch im aufgeblasenen Zustand problemlos möglich.

Die Schenkelgurte scheinen stabil, wurden aber noch nicht benötigt, weshalb ein Urteil dazu entfällt. Im Gegensatz zum gewöhnlichen IK 116 sind die Ventile noch besser gesichert, was im reißenden Gewässer wahrscheinlich auch notwendig ist.

 

Ich habe mich für dieses "Zweitboot" entschieden, um auch bei Urlauben am Meer, bei starken Wellengang , ein Spielzeug zu haben.

Dabei habe ich allerdings übersehen, dass es im Mai auch an der Adria bitterkalt sein kann, sodass es im Wasser durchaus auch unangenehm wird, speziell, wenn man mit der Sitzfläche im Wasser sitzt. Das Boot ist nämlich "Self-bailing" oder deutsch: selbstlenzend.

Dazu die Erklärung für den Laien: Am tiefsten Punkt der Bootshülle, also am Boden, und zwar deutlich unter dem Niveau der Bodenkammer (siehe auch Fotos) , finden sich rechts und links neben der Bodenkammer mehrere eingestanzte Löcher, durch welche permanent Wasser in beide Richtungen laufen kann, also ins, aber auch aus dem Kajak. Die beiden Hauptkammern sorgen zwar im aufgeblasenen Zustand dafür, dass das Wasser nicht allzu hoch steigt, sie können aber nicht verhindern, dass der Sitz bei einer ca. 80 Kilogramm schweren Person zumindest ein paar Zentimeter weit geflutet wird, und das ständig.  Wenn das Wasser dann nur ein paar Grad hat, ist der Spaß ohne Neopren schnell vorbei.

Im Wildwasser spielen diese Überlegungen natürlich keine Rolle, für ruhige Gewässer empfiehlt sich allerdings das " normale "IK 116.

Die Qualität und Verarbeitung scheint ausgezeichnet, der Trockenvorgang nimmt allerdings wesentlich mehr Zeit in Anspruch als beim IK 116, da eigentlich alle Reißverschlüsse geöffnet werden müssen, um den Kajak wirklich trocknen zu können. Der Faltvorgang muß nach Gebrauch relativ genau durchgeführt werden, um das Gerät wieder in die Packtasche zu bekommen.

Die Bug - und Heckkammer können bei Bedarf entfernt werden, die Beinfreiheit nach vorn lässt bei montierter Bugkammer nur Paddeln mit angewinkelten Beinen zu, was als Vorteil bei Wildwassernutzung scheint - und dafür ist das Boot ja schließlich auch gebaut.

 

Ein paar Fotos vom IK 116 SB:                                                                                                            zurück

Bodenkammer

Heckkammer

Blick auf den Kiel mit Selbstlenzung

Schenkelgurte

Selbstlenzung von unten

Sitz mit Blick auf die Heckkammer

IK 116 SB an der Hirzmannsperre/Steiermark

Tragegriffe