Stearns IK 116 - Schlauchkajak

Geliefert wurde der Kajak von der Firma Boarder-Stuff = ( http://www.bergsport-welt.de/ ) aus Bad Waldsee in Deutschland, die ich hier übrigens guten Gewissens empfehlen kann. Nach Beratung per E-Mail (die für den Laien unbezahlbar ist), und Vorkasse, die auch noch 4 Prozent Ermässigung vom  Kaufpreis brachte - von der Reputation der Firma hatte ich mich schon bei Ebay überzeugt - wurde das gute Stück versichert, augezeichnet verpackt, und innerhalb von 48 Stunden ab Auslieferung - per Paketdienst ins Haus geliefert.

Aus diesem Grund habe ich hier freiwillig für die Firma Werbung gemacht - Engagement und gute Beratung sollten auch ihren NIederschlag finden.

Bei einer Bestellung 2006 habe ich dann allerdings eine negative Erfahrung gemacht, als nach Lieferung plötzlich höhere Versandkosten als vereinbart verrechnet wurden. Der Firmenchef argumentierte, er hätte nicht gewußt, daß das Paket nach Österreich geliefert werde, trotz eindeutiger E-Mail-Adresse. Er war auch nicht bereit, seinen Fehler einzugestehen und auf die Differenz zu verzichten.

 

Nun zum Test: (eines Laien) 

Modell 2005: Das gelieferte Boot hat die korrekte Bezeichnung: B521 - Spree One - Single Person Inflatable Kayak, während das IK 116 die werksinterne Bezeichnung B 500 führt, und sich im Design ein wenig vom gelieferten unterscheidet. Möglicherweise ist B521 die europäische Variante, es scheint sich aber um das gleiche Boot mit geringen Abweichungen zu handeln.   

 

Daten:                                       Auf den Bildern links das B 521, rechts das B 500. (Quelle Stearns)

                                                                           

 

 

Das Boot wird in einer handlichen, gut verarbeiteten Tragetasche mit Reißverschluss ausgeliefert, die Packmaße entsprechen der Beschreibung.

Ein ausreichendes Handbuch (3 - sprachig, auch deutsch) liegt bei, beschränkt sich auf das Notwendige, scheint aber ausreichend. Unter anderem wird auch der genaue, zulässige Luftdruck für die Kammern beschrieben, mit einer normalen Pumpe ist es aber einigermaßen schwierig, genau auf 0,07 Bar zu kommen, oder auch auf 0,12 Bar. Stearns versucht zu helfen, indem geraten wird, mit dem Daumen gegen die Kammer zu drücken. Sollte der Daumen die Oberfläche exakt 19 Millimeter eindrücken können, stimme der Druck wieder.

Am besten auf das Gefühl verlassen.

Das Boot besteht aus einer Außenhaut, unter welcher sich 2 Hauptkammern, in welche Luft gepumpt wird, befinden. Zusätzlich ist noch eine Bodenkammer, auf welcher man sitzt, vorhanden. Zumindest die Bodenkammer lässt sich zur Gänze entfernen. Von der Konstruktion her dürfte das auch für die Hauptkammern gelten. Das ermöglicht eine problemlose Reparatur für den Fall des Falles.  

Also zuerst die Bodenkammer zur Hälfte, dann die Hauptkammern aufblasen. Später die Bodenkammer auffüllen. Das dürfte allerdings schwierig sein, da die Haupt-, dann gegen die Bodenkammer drückt und den Zugang zum Ventil versperrt. Das werde ich beim nächsten Mal dann doch entgegen der Beschreibung anders machen.

Die Ventile sehen stabil aus, die Abdeckungen der Hauptkammern sind erstklassig. 10 Minuten reichen völlig, um das Boot startklar zu bekommen. Ich bin begeistert.

Unter den Arm nehmen, und ab ins Wasser. Das Gerät erweist sich als kippstabil, die Spanngurte am Vorderdeck reichen für kleines Gepäck, und der Geradeauslauf ist überraschend gut, sogar hier an der oberen Adria. Am Unterschiff findet sich eine kleine Finne, und eine Art Kiel, um die Spur zu halten. Das ist optimal gelöst.

Das Material sieht reißfest aus, die Hauptkammern durch diese Konstruktion geschützt. Als großer Vorteil erweist sich die Spritzdecke, die man bei Bedarf mit einem Reißverschluss öffnen und einrollen kann. Eigentlich bleibt kein Wunsch offen.

Ein kleines, bequemes Boot, in das auch Personen mit 180 cm Körpergröße passen, auch ohne Sitz herrlich entspannend, zum Relxen, aber auch zum Erkunden von Seen oder Flüssen. Mäßiger Wellengang scheint ebenfalls kein Problem zu sein.

Beim Paddel habe ich mich für ein 4-teiliges Stearns Performance (ca. 70 Euro) entschieden. Leichtes Teil aus Aluminium, und vor allem gut zu verstauen. Passt gut zu diesem Boot.

Grundsätzlich gibt es nur ein einziges Manko. Nach Einsatz, vor allem bei Wellengang,  können geringe Mengen Wasser durch den Reißverschluss bis an die Hauptkammern gelangen. Das heißt, es ist erforderlich, diesen zu öffnen und das Wasser mit einem Tuch zu entfernen, um es wirklich trocken zu bekommen. Aber auch das scheint kein wirkliches Problem zu sein, und dürfte bei Wassersport eben nicht zu vermeiden sein. Letztlich fand das Boot auch ohne große Überlegungen wieder leicht in der Packtasche Platz. 

Eine Kleinigkeit fällt mir noch ein. Eines verträgt das IK 1116 nicht, nämlich Wellen von hinten. Das kurze Heck führt dazu, dass bei Fahrten in Ufernähe ( sollten die Wellen schneller als der Paddler sein ) Wellen von hinten ins Boot schwabben. Das kann im kalten Wasser unangenehm sein. Allerdings empfiehlt sich für solche Reviere das IK 116 SB, das speziell dafür gebaut wurde

Ich würde mich jedenfalls auch nach dieser ersten Fahrt wieder für ein Stearns IK 116 entscheiden, schon wegen des ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnisses.

Jetzt noch ein paar Detail-Aufnahmen:

Packtasche

Bedienungsanleitung

Bug mit Spritzdecke, geöffnet und Verzurrgurt

Blick auf den Bug, Bodenkammer

Finne

Finne

Heck mit Ventilabdeckung

Außenhaut über den Hauptkammern

Typenbezeichnung

Unterschiff

Neopren-Knöchelschutz, seitlich an der Außenhaut, in Höhe der Sitzposition

Ventilabdeckungen der Hauptkammern

Ventil-Bodenkammer

Warnhinweise

geöffnete Außenhaut mit Blick auf Hauptkammern

Bodenkammer entfernt

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