Zu den Fotos:

Ogliastra

Baronia

 

Reisebericht:

Sardinien 2008:

Kurze Zusammenfassung:

Spektakuläre Landschaft, freundlichste Menschen, viel Platz für Camper an der Ostküste, südwärts ab Cala Gonone, durchwegs gute Strassen und Infrastruktur, günstige Preise, (Pizza 6-8 Euro, sardische Hauptspeisen bis 10 Euro) herrliches Wetter, sauberes Meer. Strom auf den Campingplätzen teuer, bis 4 Euro am Tag, trotzdem limitiert, oft nur bis 1 KW abgesichert, Betrieb von Klimaanlagen damit kaum möglich. Von Kriminalität nichts zu merken.

Fährkosten: für 1 VW-Bus – Höhe ca 270 cm-Länge 5,90 Meter incl. 125er Roller, 2 Personen, 1 x Camping on board, 1 x an Deck, hin und retour (Piombino-Olbia bzw. Olbia – Livorno)  ca. 315 Euro incl. Reiseversicherung. (Stand: Buchung März 2008)

 

Rückblick und Infos:

Die Anreise erfolgt diesmal in Etappen, über die Toskana – siehe auch San Gimignano – und führt vorerst zur Fähre nach Piombino.  Wir wählen diesmal die Moby Line und genießen bei der Überfahrt nach Olbia „Camping an Bord“. Wir fahren also gegen 20.00 Uhr auf das Freideck des Schiffs, parken dort und können während der Überfahrt ab 22.00 Uhr für die nächsten knapp 7 Stunden im Bus schlafen. Die Qualität der Moby Line, der Zustand der Schiffe sowie der Nervenzustand des Personals ist deutlich besser als die der Corsica Ferries aus dem Vorjahr. Die Einschiffung erfolgt ruhig und gelassen, der Urlaub beginnt stressfrei.

Gegen 06.00 Uhr früh des nächsten Tages fahren wir von der Fähre, verlassen Olbia in Richtung Süden und fahren vorerst nach San Teodoro, das uns überhaupt nicht begeistert. Der Strand wirkt verwahrlost, der Campingplatz ist bis auf 2 Plätze in der Sonne voll besetzt.

Also weiter nach Santa Lucia, das schon eher unseren Vorstellungen entspricht.
Kleiner netter Ort, allerdings ist auch der Campingplatz im Ort voll belegt. Der Strand ist schon deutlich schöner, allerdings nur an einigen Stellen mit Sand, sonst mit Schotter und Steinen bedeckt.

Südlich von Santa Lucia (etwa 3 Kilometer außerhalb) halten wir dann am Campingplatz „Camp Mandras“.
Idyllisch gelegen, unter Pinien versteckt, von einer Menge Dauercampern frequentiert, das ist der erste Eindruck, kein Platz, für den man 1000 Kilometer anreist.
Unverständlich deswegen, weil der Strand steinig, für Kinder völlig ungeeignet, und eigentlich optisch nicht das ist, was man sich unter einem Urlaubstraum vorstellt. Wohl ursprünglich, aber nicht parzelliert.Zudem hängen noch Millionen Zikaden in den Bäumen und verursachen tagsüber einen Höllenlärm.

Die Betreiber des Platzes sind allerdings freundlich, das Restaurant hervorragend, zudem gibt’s einmal pro Woche Live-Musik aus den 60ern. Man bemüht sich sichtlich, die Camper zufrieden zu stellen. Das passt dann doch, um erst einmal ein paar Tage auszuspannen.

Ausflüge mit dem Roller in Richtung Süden, bis nach Orosei, (dort gibt es keine offizielle Campingmöglichkeit) geben Aufschluss über die Campingplatzsituation. Kurzfassung: alle Plätze ziemlich belegt, keine klar begrenzten Stellplätze, oft Straßen zwischen Campingplatz und Strand, verzichtbar, oftmals müssen Pkw getrennt abgestellt werden.
Allgemein ist man auskunftsbereit, Besichtigungen der Plätze sind auch ohne Camper problemlos möglich.

 

Nach ein paar Tagen verlagern wir unseren Standort nach Cala Gonone, dass wir über teils spektakuläre Straßen erreichen.
Am Campingplatz „Cala Gonone“, der gut einen Kilometer vom wenig attraktiven Stadtstrand entfernt liegt ( und auch einige Höhenmeter höher ) haben wir freie Platzwahl ( zumindest, bis Mario, der „gute Geist des Platzes“, wutentbrannt bei uns auftaucht, und erklärt, der von uns ausgesuchte Platz sei reserviert und wir müssten wieder wegfahren). -
Nach einem klärenden Gespräch mit der Campingplatzleitung  ist dann aber wieder alles klar, und Mario wird in den nächsten Tagen noch so was wie ein guter Freund, winkt stets freundlich und hilft uns auch aus der Klemme, nachdem wir mit dem Wasserkocher wieder einmal eine Sicherung des wie gewohnt schwachen Stromverteilers vernichtet haben.

Wir mieten uns gemeinsam mit unseren Freunden ein Motorboot (40 PS) – das ist in Italien auch ohne Führerschein möglich – und fahren mit diesem nach Süden.
Wir besichtigen die Grotte Bue Marino und sonnen uns an einigen, nur vom Meer aus erreichbaren Traumstränden wie Cala Mariolu. Das allein war es wert, hierher zu kommen.
Mit dem Roller fahren wir nach Norden über den Monte Irveri bis zur Cala di Osalla, einen Traumstrand mit einem netten Restaurant. Dieser Platz erinnert noch ein wenig an die große Freiheit der Camper in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Nach ein paar Tagen beschließen wir dann, noch weiter nach Süden, in den Bereich der sog. Ogliastra zu fahren. Wir benutzen nicht die Schnell – sondern ruhige zweitrangige Straßen und werden mit geringem Verkehrsaufkommen belohnt.
Das Ziel in der Nähe von Tortoli wird von einer riesigen Rauchwolke markiert. Später erfahren wir dann, das wohl wieder Brandstifter am Werk gewesen wären, die mit ihrem Treiben Grundstücksspekulanten unterstützen. Tatsächlich brennt es dann in dieser Woche noch ein zweites Mal in der Nähe des Campingplatzes.
 
Südlich von Tortoli finden wir dort den Campingplatz Orri. Ebenes Gelände, die Bäume scheinen recht willkürlich gepflanzt worden zu sein, die Stellplätze sind nicht richtig strukturiert.
Dafür findet sich ein eigener „Platzanweiser“, der, nach welchen Kriterien auch immer, Plätze zuweist. Recht eigenwilllig, aber planlos. Strom ist zwar vorhanden, aber nur für 1 KW abgesichert (der Wasserkocher fällt also aus).

Dafür sind die sanitären Einrichtungen gut und wirklich sauber. Der Pool ist sehr schön und zum Strand ist es auch nicht weit. Das Restaurant hat nur jeden zweiten Tage geöffnet, bietet dafür aber auch nichts Besonderes. Die Freiluftdiskothek vom Nebenplatz hat übrigens täglich bis 24.00 Uhr Betrieb ( unseren IPOD brauchen wir ab sofort nicht mehr). Am Nebenplatz gibts Pizza, die man uns allerdings nur nach minutenlanger Diskussion mit dem Hinweis, man bräuchtre dafür eigentlich die Campingplatzkarte, verkauft.
Es fällt auf, dass dieser Platz und auch der daneben trotz beginnender Hochsaison nicht wirklich überfüllt, sondern etwa nur zum einem Drittel besetzt sind.

Die Umgebung ist recht ansprechend, die Strände ringsum gut erreichbar und traumhaft schön. Nach Tortoli sind es etwa 5 Kilometer. Dort findet sich eine extrem lange Einkaufsstraße und auch gut ausgestattete Supermärkte.

Landwirtschaftsbetriebe an der Strecke vertreiben ihre Produkte ab Hof und so können wir auch sehr guten Käse, Olivenöl und Wein zu wirklich attraktiven Preisen erwerben. Der Wein ist allerdings nicht lagerfähig und trotz ausgezeichneter Qualität bei Abholung nach der Rückreise ungenießbar.
Die Menschen vor Ort sind auch hier wirklich freundlich und hilfsbereit.

Die Woche vergeht wie im Flug und wir entschließen uns, direkt von Tortoli aus bis Olbia zu fahren. Die dafür veranschlagten 3 Stunden auf der Schnellstraße erweisen sich als ausreichend, obwohl wir uns ein wenig verfahren und uns mit den schwach motorisierten Fahrzeugen auf einer Bergstrasse wieder finden, auf der wir letztlich allerdings auch zur Schnellstraße gelangen.

Beim Einschiffen müssen die Camper wegen der Überhöhe oder Länge bis zum Schluss auf die Einweiser warten. Wohnwagengespanne werden im Retourgang auf die Rampe gelotst, was bei ca. 30 Grad Steigung auch kein Vergnügen darstellt.
Trotzdem fährt die Fähre pünktlich ab und kommt auch nach 7 Stunden exakt nach Vorgabe in Livorno an.

Sardinien – Ost ist also absolut empfehlenswert und noch immer trotz der Gerüchte um überhöhte Preise, mit dem Wohnmobil empfehlenswert.