Streckenlänge: ca. 46,9 Kilometer,  768 Höhenmeter, Zeitaufwand ca. 2 Stunden 40 Minuten reine Fahrzeit 

 

Aus strategischen Überlegungen empfiehlt es sich, die Tour in Bad Mitterndorf, und zwar gegen den Uhrzeigersinn zu beginnen.

So stehen zum einen einige Kilometer mit lediglich moderater Steigung am Beginn der Strecke, zum anderen liegt der Grundlsee deutlich niedriger als Bad Mitterndorf, sodass der Abschnitt von dort zum Pyrmoos einige Höhenmeter mehr aufweist und zudem deutlich steiler ist.

Jedenfalls dient die Kirche im Ort Bad Mitterndorf als weithin sichtbarer Startpunkt. Von dort geht’s in Richtung „Kochalmbauer" (die Strecke ist als Mountain-Bike Grundlsee beschildert, jedenfalls ab und zu).

Die ersten 6 Kilometer führen entlang eines Baches durch Wald und Wiesen. Beim Kochalmbauern geht’s rechts weiter, nunmehr über Forststrassen, die alle für den Fahrzeugverkehr, mit der Zusatztafel „ ausgenommen Radfahrer" gesperrt sind.

         

So begegnet man höchstens ein paar Forstaufsichtsorganen (allesamt sehr freundlich, sofern man auf den beschilderten Radwegen unterwegs ist) und Holzbringungs-Lastwagen.

Bei der Rechenstube (Bikestrecke wieder beschildert), biegt man nach links ab. Jetzt wird’s deutlich steiler und nach einer weiteren Abzweigung nach links findet man sich am Pyrmoos, dem höchsten Punkt der Strecke (auf ca. 1200 Meter Seehöhe) wieder. Es erfordert allerdings ein wenig Ortskenntnis oder eine gute Karte, um dies auch zu realisieren.

Deshalb ein Foto dazu:

       

Der Lohn für die bis jetzt absolvierte Strecke folgt in Form einer spektakulären Abfahrt auf einer endlos scheinenden gut befestigten Schotterpiste, die erst am Grundlsee, genauer am Ortsrand von Gössl, endet. Kurz vor Gössl taucht aus dem Nichts ein zumeist geschlossener Schranken auf. Die Warnung davor ist in Anbetracht der gefahrenen Geschwindigkeit, dem Gefälle und dem losen Untergrund in viel zu geringem Abstand zum Hindernis aufgestellt und stellt große Anforderung an Bremsen, Finger und Balancevermögen.

Da liegt er nun, der Grundlsee und fordert geradezu eine Pause ein, die für die Strapazen entschädigt.

Ein kurzer Abstecher zum Toplitzsee bietet sich an, und zwar quer durch den Wald auf dem Wanderweg dorthin – nicht verboten, sondern für Radfahrer freigegeben – so was gibt’s wirklich nur im Salzkammergut.

Neben dem Denkmal an der Stelle, an der Erzherzog Johann seine Anna Plochl kennengelernt haben soll (nein, nicht beim Biken) lädt eine Bank zum Verweilen und Geniessen der Landschaft ein.

Den Blick haben wohl auch die beiden auf den See gehabt:

   

 

Im Toplitzsee sollen noch immer Schätze aus dem 2. Weltkrieg liegen, oder auch andere Relikte aus dieser Zeit, aber vielleicht ist alles auch nur ein Werbegag für das Gasthaus am See, in dem es aber tatsächlich die besten Saiblinge (aus dem Grundlsee) in der Steiermark geben soll.

Zurück gehts an den Grundlsee und dort entlang bis zum Ort Grundlsee. Das Panorama ist wirklich wunderschön, im Sommer gibt’s auch genug Bademöglichkeiten an den öffentlich zugänglichen Ufern. Die Wassertemperatur bewegt sich zwar im Plus-Bereich, Schwimmen ist aber selbst im Sommer zumeist eine Mutprobe.

Etwa 500 Meter nach Grundlsee biegt man dann nach links ein und fährt durch ein Waldstück in Richtung Radlingpass ( keine Angst, die Bezeichnung Pass scheint übertrieben, und war vielleicht in der Zeit der Fuhrwerke angebracht).

Schon wieder geht es bergab nach Kainisch.

Im Ort befindet sich das Gasthaus „ADLER" oder besser der „Kainischwirt", wo es die mit Abstand beste und auch kostengünstigste Hausmannskost in der ganzen Gegend gibt. Das Pfeffersteak rechtfertigt auch eine Anreise von 200 Kilometern und mehr und die Wiener Schnitzel schmecken sensationell.

Wenn man nach einer solchen Mahlzeit jemanden findet, der einen aufs Rad hebt, und kurz anschiebt, kann man vielleicht den Rest der Strecke in Angriff nehmen und gemütlich Richtung Bad Mitterndorf cruisen.

Aber dann ist dann noch eine Kaffeepause beim Cafe „Schlömmer", in Obersdorf angesagt. Auch hier, wie beim Schlömmer in Bad Mitterndorf (Filiale) , freundliches Personal, guter Kaffee und viel zu viele Süßspeisen.

Aber, eigentlich schon egal, weil es nur mehr entlang dem so genannten „Lassenweg", leicht bergab zum Ausrollen, mit Blick aufs Tal und den Grimming, zurück zum Ausgangspunkt geht.

Zurück in Bad Mitterndorf bedauere ich eigentlich immer wieder, nicht mehr Zeit in diesem Teil des Landes verbringen zu können.

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